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Kurzantwort: Kinder brauchen laut DGE je nach Alter 170 mg (1 bis unter 4 Jahre) bis 330 mg (Jungen von 15 bis unter 19 Jahren) Magnesium am Tag. Diese Menge steckt in einer normalen Ernährung mit Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen, Milchprodukten und Obst. Ein Präparat braucht ein gesundes Kind in der Regel nicht. Die BfR-Höchstmenge von 250 mg für Nahrungsergänzungsmittel gilt erst ab 15 Jahren; für jüngere Kinder liegen die US-Obergrenzen für Präparate bei 65 mg (1 bis 3 Jahre) und 110 mg (4 bis 8 Jahre).
Wichtig: Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Gib deinem Kind Magnesiumpräparate nur nach Rücksprache mit der Kinderärztin und ändere eine verordnete Dosis nicht eigenmächtig. Bei Erbrechen, schlaffer Muskulatur, auffälliger Schläfrigkeit, sehr niedrigem Blutdruck oder unregelmäßigem Herzschlag nach der Einnahme von Magnesium gehe sofort in die Notaufnahme. In der Fachliteratur sind schwere Vergiftungen bei Kindern nach hohen Magnesiumgaben beschrieben.
Magnesium für Kinder wird als Pulver, Kautablette und Gummibärchen verkauft. Die Werbung verspricht ruhigere Nächte, weniger Wadenkrämpfe und bessere Konzentration. Was Kinder tatsächlich brauchen, steht in den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
Hier findest du die Werte je Altersgruppe, die Lebensmittel, die sie liefern, und die Obergrenzen, die für Präparate gelten.
Wie viel Magnesium Kinder brauchen
Die DGE nennt Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr, Stand der Ableitung 2021. Sie beziehen sich auf die gesamte Aufnahme über Essen und Trinken.
| Alter | Magnesium pro Tag |
|---|---|
| 0 bis unter 4 Monate | 24 mg |
| 4 bis unter 12 Monate | 80 mg |
| 1 bis unter 4 Jahre | 170 mg |
| 4 bis unter 7 Jahre | 190 mg |
| 7 bis unter 10 Jahre | 240 mg |
| 10 bis unter 13 Jahre | 260 mg (Jungen), 230 mg (Mädchen) |
| 13 bis unter 15 Jahre | 280 mg (Jungen), 240 mg (Mädchen) |
| 15 bis unter 19 Jahre | 330 mg (Jungen), 260 mg (Mädchen) |
Zum Vergleich: Erwachsene Männer 350 mg, Frauen 300 mg. Ein Neunjähriges braucht also rund zwei Drittel der Erwachsenenmenge. Ein Präparat ist in diesen Zahlen nicht eingeplant.
Wo das Magnesium im Kinderessen steckt
Der Fachbericht des US-amerikanischen NIH listet Magnesiumgehalte typischer Lebensmittel je Portion:
- Kürbiskerne, geröstet, 28 g: 156 mg
- Mandeln, 28 g: 80 mg
- Spinat, gekocht, eine halbe Tasse: 78 mg
- Cashewkerne, 28 g: 74 mg
- Schwarze Bohnen, gekocht, eine halbe Tasse: 60 mg
- Erdnussbutter, 2 Esslöffel: 49 mg
- Kartoffel mit Schale, 100 g: 43 mg
- Naturreis, gekocht, eine halbe Tasse: 42 mg
- Naturjoghurt, 225 g: 42 mg
- Haferflocken, eine Portion: 36 mg
- Banane, eine mittlere: 32 mg
- Milch, ein Glas (240 ml): 27 mg
Ein Frühstück aus Haferflocken mit Milch und einer Banane liefert damit rund 95 mg. Vollkornbrot, ein Joghurt und eine kleine Handvoll Nüsse am Nachmittag decken den Rest für ein Grundschulkind.
Braucht mein Kind ein Präparat?
Das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt in seinen Fragen und Antworten zu Nahrungsergänzungsmitteln: Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung versorgt den gesunden Körper mit allen lebensnotwendigen Stoffen, in den meisten Fällen ist die Einnahme überflüssig. Ausnahmen nennt das BfR für Schwangere, ältere Menschen und chronisch Kranke.
Ein echter Magnesiummangel ist laut NIH bei gesunden Menschen selten. Er entsteht bei Erkrankungen, die die Aufnahme im Darm stören, etwa Morbus Crohn oder Zöliakie, bei Typ-2-Diabetes oder unter Medikamenten wie Entwässerungsmitteln und Säureblockern. Frühe Zeichen sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Schwäche. Später kommen Taubheitsgefühle, Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen dazu.
Ob ein Mangel vorliegt, klärt die Kinderärztin mit einem Blutbild. Der Normbereich im Serum liegt bei 0,75 bis 0,95 mmol/l. Weil weniger als ein Prozent des Magnesiums im Blut ist, sagt der Wert nur begrenzt etwas über die Speicher in Knochen und Muskeln.
Obergrenzen für Präparate
Für Deutschland empfiehlt das BfR 250 mg Magnesium am Tag als Höchstmenge in Nahrungsergänzungsmitteln, verteilt auf zwei oder mehr Portionen. Diese Empfehlung gilt ausdrücklich für Personen ab 15 Jahren. Für jüngere Kinder nennt das BfR keine Höchstmenge.
Das US-amerikanische Food and Nutrition Board hat altersabhängige Obergrenzen für Magnesium aus Präparaten festgelegt:
| Alter | Obergrenze für Magnesium aus Präparaten |
|---|---|
| Unter 1 Jahr | keine festgelegt, nur ärztlich |
| 1 bis 3 Jahre | 65 mg |
| 4 bis 8 Jahre | 110 mg |
| 9 bis 18 Jahre | 350 mg |
Diese Grenzen gelten nur für Magnesium aus Präparaten und Medikamenten. Magnesium aus Lebensmitteln zählt nicht mit, weil gesunde Nieren Überschüsse ausscheiden.
Zu viel Magnesium aus Präparaten führt zuerst zu Durchfall, Übelkeit und Bauchkrämpfen. Sehr hohe Mengen können Blutdruckabfall, Atemnot und Herzrhythmusstörungen auslösen. Die Fachzeitschrift Pediatrics beschrieb im Jahr 2000 den Tod eines Kindes nach unbeaufsichtigter Hochdosis-Gabe von Magnesiumoxid im Rahmen einer „Megavitamin-Therapie“. Pediatric Emergency Care berichtete 2007 über eine 14-Jährige, die nach sieben Tagen Magnesiumhydroxid gegen Verstopfung mit einem Blutdruck von 70/40 und Herzrhythmusstörungen in die Klinik kam.
Krämpfe, Schlaf, Konzentration: was belegt ist
Die Werbeversprechen für Kinder stützen sich auf Studien mit Erwachsenen. Bei nächtlichen Wadenkrämpfen fand eine Cochrane-Auswertung von 2020 mit 735 Teilnehmenden, vor allem älteren Menschen und Schwangeren, keinen Unterschied zwischen Magnesium und Placebo. Mit Kindern gibt es dazu keine Studie.
Für den Schlaf stammen die Daten ebenfalls von Erwachsenen: Eine Meta-Analyse von 2021 fasste drei Studien mit 151 älteren Menschen zusammen, die Einschlafzeit war unter Magnesium rund 17 Minuten kürzer. Für Kinder liegt keine Studie vor, für Konzentration und Schulleistung auch nicht.
Wenn die Ärztin ein Präparat empfiehlt
Dann zählen vier Punkte. Erstens die Dosis: Sie richtet sich nach Alter und Blutwert und kommt von der Ärztin. Zweitens die Form: Das NIH nennt Citrat, Laktat, Aspartat und Chlorid als besser aufnehmbar als Oxid und Sulfat. Drittens der Zeitpunkt: zum Essen und auf zwei Gaben verteilt, das schont den Darm. Viertens der Abstand zu Antibiotika: Tetracycline und Chinolone mindestens 2 Stunden vor oder 4 bis 6 Stunden nach dem Magnesium.
Und: Nahrungsergänzungsmittel gehören laut BfR außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern gelagert, auch Präparate in Gummibärchenform.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter dürfen Kinder Magnesium nehmen?
Eine gesetzliche Altersgrenze gibt es nicht. Die BfR-Höchstmenge von 250 mg gilt ab 15 Jahren. Für jüngere Kinder legt die Kinderärztin fest, ob und wie viel.
Wie viel Magnesium braucht ein Kind mit 10 Jahren?
Laut DGE 260 mg (Jungen) oder 230 mg (Mädchen) am Tag, aus dem Essen. Für Präparate liegt die US-Obergrenze ab 9 Jahren bei 350 mg.
Hilft Magnesium bei Wachstumsschmerzen?
Dazu gibt es keine Studie. Die Krampfstudien bei Erwachsenen fanden keinen Unterschied zu Placebo.
Welche Lebensmittel sind die besten Magnesiumquellen für Kinder?
Haferflocken, Vollkornbrot, Naturreis, Hülsenfrüchte, Nüsse und Nussmus, Banane, Milch und Joghurt. Kürbiskerne und Mandeln liefern am meisten pro Gramm, ganze Nüsse sind für Kleinkinder wegen der Verschluckungsgefahr als Mus besser geeignet.
Kann ein Kind zu viel Magnesium bekommen?
Aus Lebensmitteln bei gesunden Nieren nicht. Aus Präparaten ja: Erste Zeichen sind Durchfall und Übelkeit, bei sehr hohen Dosen drohen Blutdruckabfall und Herzrhythmusstörungen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung — Referenzwerte Magnesium, Stand der Ableitung 2021, abgerufen am 11.09.2026
- National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements — Magnesium: Fact Sheet for Health Professionals, Stand 06.01.2026, abgerufen am 11.09.2026
- Bundesinstitut für Risikobewertung — Höchstmengenempfehlungen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln (PDF), abgerufen am 11.09.2026
- Bundesinstitut für Risikobewertung — Fragen und Antworten zu Nahrungsergänzungsmitteln, abgerufen am 11.09.2026
Redaktion vitalatlas.de — hier wird zusammengetragen, was Fachgesellschaften, Behörden und Studien zu Vitaminen und Mineralstoffen sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.






