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Magnesium im Wasser: gut oder schlecht? Gehalt, Härte, Aufnahme

Kurzantwort: Magnesium im Wasser ist für die Versorgung gut: Studien mit stabilen Isotopen zeigen, dass der Körper 46 bis 59 Prozent des Magnesiums aus Mineralwasser aufnimmt, mit einer Mahlzeit noch etwas mehr. „Magnesiumhaltig“ darf ein Wasser laut Mineral- und Tafelwasser-Verordnung ab 50 mg pro Liter heißen, die Trinkwasserverordnung setzt für Magnesium keinen Grenzwert. Schlecht ist magnesiumreiches Wasser nur für Geräte, weil es zur Wasserhärte beiträgt, und für Menschen mit stark eingeschränkter Nierenfunktion.

Wichtig: Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann sich Magnesium im Blut ansammeln; die Gebrauchsinformation von Magnesiumpräparaten verlangt dann ärztliche Überwachung. Bei Herzstolpern, Muskelschwäche oder Verwirrtheit unter hoher Magnesiumzufuhr gehe sofort zur Ärztin oder in die Notaufnahme.

Auf dem Etikett steht „magnesiumhaltig“, im Wasserkocher liegt Kalk, und irgendwo hast du gelesen, hartes Wasser sei ungesund. Drei Aussagen, drei verschiedene Dinge. Magnesium im Wasser ist eine Frage der Ernährung, die Härte eine Frage der Technik, und der Grenzwert eine Frage des Rechts.

Hier findest du, was die Kennzeichnung bedeutet, wie viel Magnesium der Körper aus Wasser aufnimmt, wie viel ein Liter zum Tagesbedarf beiträgt, was Härtebereiche und Trinkwasserverordnung regeln und ob es ein „zu viel“ gibt.

Was „magnesiumhaltig“ auf dem Etikett heißt

Die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung legt in Anlage 6 fest, ab wann ein Wasser mit bestimmten Eigenschaften werben darf. „Magnesiumhaltig“ gilt ab mehr als 50 mg Magnesium pro Liter. Zum Vergleich: „Calciumhaltig“ ab 150 mg, „natriumhaltig“ ab 200 mg, „sulfathaltig“ ab 200 mg, „geeignet für natriumarme Ernährung“ unter 20 mg Natrium. „Mit geringem Gehalt an Mineralien“ darf ein Wasser mit höchstens 500 mg gelösten Mineralstoffen pro Liter heißen, „mit hohem Gehalt“ ab 1.500 mg.

Die 50 mg sind eine Untergrenze für die Werbung. Der tatsächliche Gehalt steht in der Analyse auf dem Etikett; das Wasser in der Studie von Sabatier hatte zum Beispiel 110 mg pro Liter.

Wie gut der Körper Magnesium aus Wasser aufnimmt

Sabatier und Kollegen gaben zehn gesunden Frauen ein Mineralwasser mit 110 mg Magnesium pro Liter, markiert mit den stabilen Isotopen 25Mg und 26Mg, einmal allein und einmal zu einer Mahlzeit. Allein getrunken nahm der Körper 45,7 Prozent auf, mit der Mahlzeit 52,3 Prozent. Auch der Anteil, der im Körper blieb, stieg mit der Mahlzeit von 37,4 auf 41,5 Prozent. Die Autoren vermuten als Grund die langsamere Darmpassage oder Verdauungsprodukte der Mahlzeit.

Verhas und Kollegen fanden bei zehn Männern zwischen 25 und 42 Jahren mit 300 ml magnesiumreichem Wasser eine Bioverfügbarkeit von 59,1 Prozent (PMID 12001016). Die Aufnahme sank mit dem Alter. Beide Studien kommen zum selben Schluss: Magnesiumreiches Mineralwasser ist eine verlässliche Magnesiumquelle.

Wie viel ein Liter zum Tagesbedarf beiträgt

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt als Schätzwert 300 mg Magnesium am Tag für Frauen und 350 mg für Männer. Ein Liter Wasser mit 100 mg Magnesium liefert damit ein Drittel beziehungsweise gut ein Viertel des Tageswerts, davon kommt rund die Hälfte im Körper an. Ein Wasser mit 20 mg pro Liter trägt entsprechend wenig bei.

Wer seine Zufuhr über Wasser erhöhen will, trinkt es am besten zu den Mahlzeiten; das steigerte die Aufnahme in der Studie um 14 Prozent. Kalorien bringt Wasser keine mit, und die Menge verteilt sich automatisch über den Tag.

Leitungswasser: Härte, Kalk und Grenzwerte

Kalzium und Magnesium bilden zusammen die Wasserhärte. Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz teilt sie in § 9 in drei Bereiche ein: „weich“ unter 1,5 mmol Calciumcarbonat pro Liter, „mittel“ von 1,5 bis 2,5 und „hart“ über 2,5 mmol. Wasserversorger müssen den Härtebereich mindestens einmal im Jahr mitteilen, etwa mit Aufklebern oder auf ähnlich wirksame Weise. Die Angabe dient der Dosierung von Waschmitteln und erklärt den Kalk im Wasserkocher.

Die Trinkwasserverordnung führt in ihren Anlagen keinen Grenzwert für Magnesium; Magnesium ist dort kein Parameter. Grenzwerte gibt es für andere Stoffe, etwa 250 mg pro Liter für Sulfat und 200 mg pro Liter für Natrium. Hartes Wasser ist damit rechtlich und nach den Aufnahmestudien eine Magnesiumquelle, kein Gesundheitsproblem.

Ob es ein „zu viel“ im Wasser gibt

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt 250 mg Magnesium am Tag als Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel, verteilt auf mehrere Portionen. Die Empfehlung gilt für Präparate, nicht für Wasser und Lebensmittel. Hohe Dosen aus Präparaten können Durchfall auslösen; die Gebrauchsinformation von Magnesium Verla N Dragées nennt ihn als gelegentliche Nebenwirkung. Ein Liter Wasser mit 100 mg liegt darunter und liefert die Menge zudem über Stunden verteilt.

Anders bei kranken Nieren. Eine Fallserie aus Japan (Yamaguchi und Kollegen, 2019, PMID 30136128) beschreibt vier ältere Patienten mit Nierenfunktionsstörung, die durch Magnesiumoxid als Abführmittel eine schwere Hypermagnesiämie entwickelten; einer starb. Die Dosen dort lagen weit über dem, was Wasser liefert. Trotzdem gehört bei eingeschränkter Nierenfunktion jede Magnesiumquelle in die Beratung mit der Ärztin.

Was eine Studie mit mineralreichem Wasser zeigte

Moretti und Kollegen (Nutrients, 2026, PMID 41683292) ließen 98 Personen ab 50 Jahren, zu 86,7 Prozent Frauen, zwölf Monate lang täglich einen Liter eines kalzium- und magnesiumreichen Mineralwassers oder eines mineralarmen Wassers trinken, doppelblind. Nach sechs Monaten stürzten die Teilnehmer mit dem mineralreichen Wasser seltener (relatives Risiko 0,18), nach zwölf Monaten war der Unterschied nicht mehr signifikant. Die Muskelmasse der Gliedmaßen war nach zwölf Monaten höher, bei Leistungstests, Blutwerten und Lebensqualität gab es keinen Unterschied. Eine einzelne Studie mit 98 Teilnehmern ist ein Hinweis, mehr nicht.

Häufige Fragen

Ist hartes Wasser ungesund?

Nein. Die Härte kommt von Kalzium und Magnesium, beides Mineralstoffe, die der Körper braucht. Die Trinkwasserverordnung kennt keinen Grenzwert für Magnesium.

Wie viel Magnesium nimmt der Körper aus Wasser auf?

46 bis 59 Prozent, gemessen mit Isotopen bei gesunden Frauen und Männern. Zu einer Mahlzeit getrunken etwas mehr.

Ab wann ist ein Wasser magnesiumreich?

„Magnesiumhaltig“ darf es laut Mineral- und Tafelwasser-Verordnung ab mehr als 50 mg pro Liter heißen. Den genauen Gehalt zeigt die Analyse auf dem Etikett.

Kann ich meinen Magnesiumbedarf nur mit Wasser decken?

Ein Liter mit 100 mg deckt ein Drittel des DGE-Werts für Frauen. Den Rest liefern Lebensmittel.

Darf magnesiumreiches Wasser für Säuglingsnahrung verwendet werden?

Die Verordnung nennt für die Angabe „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ Grenzen für Natrium, Nitrat, Nitrit, Sulfat, Fluorid, Mangan, Arsen und Uran. Magnesium gehört nicht dazu.

Wann ist Magnesium im Wasser ein Problem?

Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion, weil die Ausscheidung fehlt. Dann entscheidet die Ärztin über die gesamte Magnesiumzufuhr.

Quellen

Redaktion vitalatlas.de — hier wird zusammengetragen, was Fachgesellschaften, Behörden und Studien zu Vitaminen und Mineralstoffen sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.


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