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Mineralstoffe: Was gehört dazu? Alle 15 in der Übersicht

Kurzantwort: Zu den Mineralstoffen gehören laut DGE 15 Elemente. Sechs Mengenelemente: Natrium, Chlorid, Kalium, Calcium, Phosphor und Magnesium. Neun Spurenelemente: Eisen, Jod, Fluorid, Zink, Selen, Kupfer, Chrom, Mangan und Molybdän. Die Grenze zwischen beiden Gruppen liegt bei 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Schwefel und Cobalt zählen chemisch ebenfalls dazu, bekommen aber keine eigenen Referenzwerte.

Wichtig: Dieser Text erklärt Begriffe und Referenzwerte und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob dir ein Mineralstoff fehlt, zeigt ein Blutbild. Nimm hochdosierte Präparate nicht ohne Rücksprache und ändere die Dosis eines Medikaments nie eigenmächtig. Bei Herzrhythmusstörungen, Muskelschwäche oder anhaltendem Erbrechen nach der Einnahme von Präparaten gehe sofort zur Ärztin.

Die Frage klingt einfach, die Antworten im Netz gehen auseinander: Mal sind es sieben Mineralstoffe, mal zwölf, mal zwanzig. Der Unterschied liegt darin, ob nur die Stoffe mit Referenzwerten gezählt werden oder alles, was der Körper in Spuren enthält.

Hier findest du die Liste der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die Liste aus der EU-Lebensmittelinformationsverordnung und die Aufgaben, die die EU für jeden Mineralstoff als belegt anerkennt.

Die Einteilung: Mengen- und Spurenelemente

Mineralstoffe sind lebensnotwendige, anorganische Nährstoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Eingeteilt werden sie nach ihrer Konzentration im Körper: Mengenelemente kommen mit mehr als 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht vor, Spurenelemente mit weniger. Eisen ist die Ausnahme: Mit etwa 60 mg pro Kilogramm läge es über der Grenze, wird aber zu den Spurenelementen gezählt.

Ein Beispiel für die Größenordnung: Ein erwachsener Körper enthält laut NIH rund 25 g Magnesium, davon 50 bis 60 Prozent in den Knochen und weniger als ein Prozent im Blut.

Die sechs Mengenelemente

Mineralstoff DGE-Wert Erwachsene pro Tag Belegte Aufgabe (Auswahl, EU-Verordnung 432/2012)
Natrium 1.500 mg (Schätzwert) Elektrolyt für Wasserhaushalt und Nervenimpulse (laut Wikipedia; keine Angabe aus der EU-Liste geprüft)
Chlorid 2.300 mg (Schätzwert) trägt durch die Bildung von Magensäure zu einer normalen Verdauung bei
Kalium 4.000 mg (Schätzwert) Nervensystem, Muskelfunktion, normaler Blutdruck
Calcium 1.000 mg Knochen, Zähne, Blutgerinnung, Muskelfunktion, Signalübertragung zwischen Nervenzellen
Phosphor 550 mg (Schätzwert) Energiestoffwechsel, Zellmembran, Knochen, Zähne
Magnesium 350 mg (Männer), 300 mg (Frauen) Muskelfunktion, Nervensystem, Energiestoffwechsel, Müdigkeit, Knochen, Zähne

Natrium und Chlorid nimmst du vor allem als Kochsalz auf, Kalium über Obst, Gemüse, Kartoffeln und Hülsenfrüchte.

Die neun Spurenelemente

Mineralstoff DGE-Wert Erwachsene pro Tag Belegte Aufgabe (Auswahl, EU-Verordnung 432/2012)
Eisen 11 mg (Männer), 16 mg (Frauen vor den Wechseljahren) Bildung roter Blutkörperchen und Hämoglobin, Sauerstofftransport, Immunsystem, Müdigkeit
Jod 150 µg Produktion von Schilddrüsenhormonen, kognitive Funktion, Nervensystem
Fluorid 3,5 mg (Männer), 3,0 mg (Frauen), Gesamtzufuhr Erhaltung der Zahnmineralisierung
Zink 11 bis 16 mg (Männer), 7 bis 10 mg (Frauen), je nach Phytatzufuhr Immunsystem, DNA-Synthese, Haut, Haare, Nägel, Sehkraft, Fruchtbarkeit
Selen 70 µg (Männer), 60 µg (Frauen) Schilddrüsenfunktion, Immunsystem, Spermabildung, Schutz vor oxidativem Stress
Kupfer 1,0 bis 1,5 mg Eisentransport, Bindegewebe, Haut- und Haarpigmentierung, Immunsystem
Mangan 2,0 bis 5,0 mg Knochen, Bindegewebsbildung, Energiestoffwechsel
Chrom 30 bis 100 µg Stoffwechsel von Makronährstoffen, normaler Blutzuckerspiegel
Molybdän 50 bis 100 µg Verstoffwechslung schwefelhaltiger Aminosäuren

Die Werte für Kupfer, Mangan, Chrom und Molybdän sind Schätzwerte aus dem Jahr 2000 und deshalb als Spannen angegeben. Die übrigen Werte stammen aus Ableitungen zwischen 2013 und 2025.

Was auf dem Etikett steht

Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung 1169/2011 führt in Anhang XIII 14 Mineralstoffe, die in Nährwerttabellen angegeben werden dürfen, jeweils mit einem Nährstoffbezugswert (NRV) für Erwachsene: Kalium 2.000 mg, Chlor 800 mg, Calcium 800 mg, Phosphor 700 mg, Magnesium 375 mg, Eisen 14 mg, Zink 10 mg, Kupfer 1 mg, Mangan 2 mg, Fluor 3,5 mg, Selen 55 µg, Chrom 40 µg, Molybdän 50 µg und Jod 150 µg.

Natrium fehlt in dieser Liste, es wird in der Nährwerttabelle als Salz angegeben. Als „signifikante Menge“ gelten in der Regel 15 Prozent des NRV je 100 g; darauf bauen Angaben wie „Quelle von Magnesium“ auf.

Grenzfälle und was nicht dazugehört

Schwefel wird chemisch zu den Mengenelementen gezählt, kommt aber über schwefelhaltige Aminosäuren ins Essen und hat deshalb keinen eigenen Referenzwert. Cobalt zählt zu den Spurenelementen, gebraucht wird es als Bestandteil von Vitamin B12.

Für Bor, Silizium, Vanadium und Nickel gibt die DGE keine Referenzwerte an. Das BfR nennt für Bor in Nahrungsergänzungsmitteln eine Höchstmenge von 0,5 mg mit dem Hinweis „nicht für Kinder und Jugendliche“. Vitamine gehören nicht zu den Mineralstoffen: Sie sind organische Verbindungen, Mineralstoffe sind Elemente und Salze.

Fluorid führt die DGE mit Richtwerten für die Gesamtzufuhr aus Lebensmitteln, Trinkwasser, fluoridiertem Speisesalz und Supplementen: 3,5 mg am Tag für Männer und 3,0 mg für Frauen, Stand 2022.

Häufige Fragen

Ist Eisen ein Mengen- oder Spurenelement?

Ein Spurenelement, obwohl es mit rund 60 mg pro Kilogramm über der 50-mg-Grenze liegt. Die Zuordnung ist historisch.

Sind Vitamine Mineralstoffe?

Nein. Vitamine sind organisch, Mineralstoffe anorganisch. Beide gehören zu den Mikronährstoffen.

Welche Mineralstoffe sind lebensnotwendig?

Alle 15 mit DGE-Referenzwerten, dazu Schwefel und Cobalt über Aminosäuren und Vitamin B12.

Was ist der Unterschied zwischen Mineralstoffen und Elektrolyten?

Elektrolyte sind die Mineralstoffe, die in Körperflüssigkeiten als geladene Teilchen vorliegen: Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium und Magnesium.

Wie viele Mineralstoffe stehen auf Lebensmitteletiketten?

14 laut EU-Verordnung 1169/2011, dazu Natrium als Salzangabe.

Gehört Schwefel zu den Mineralstoffen?

Chemisch ja, als Mengenelement. Einen Referenzwert gibt es nicht, weil Schwefel über Eiweiß aufgenommen wird.

Quellen

Redaktion vitalatlas.de — hier wird zusammengetragen, was Fachgesellschaften, Behörden und Studien zu Vitaminen und Mineralstoffen sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.


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