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Kurzantwort: Richtig einnehmen heißt: höchstens 250 mg elementares Magnesium am Tag aus dem Präparat, wie es das BfR empfiehlt, verteilt auf zwei oder mehr Portionen und jeweils zu einer Mahlzeit. Achte auf die Milligramm-Angabe in der Nährwerttabelle, nicht auf das Gewicht der Verbindung. Halte laut NIH zwei Stunden Abstand zu Bisphosphonaten und nimm Tetracyclin- oder Chinolon-Antibiotika zwei Stunden vor oder vier bis sechs Stunden nach dem Magnesium. Eine Tageszeit mit belegtem Vorteil gibt es nicht; bei Nierenerkrankungen gehört die Einnahme in ärztliche Hand.
Wichtig: Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Wadenkrämpfe, Herzstolpern, Muskelzittern oder anhaltende Erschöpfung haben viele Ursachen; ob dir Magnesium fehlt, zeigt ein Blutbild. Bei eingeschränkter Nierenfunktion, bei Herzrhythmusstörungen oder wenn du Diuretika, Protonenpumpenhemmer oder Antibiotika nimmst, sprich die Einnahme vorher mit deiner Ärztin ab.
Magnesium nehmen viele Menschen, und viele nehmen es so, dass wenig davon ankommt: eine große Dosis auf nüchternen Magen, gleichzeitig mit dem Antibiotikum, in einer Form, deren Milligramm-Angabe in die Irre führt.
Dieser Text geht die Einnahme Schritt für Schritt durch, von der Frage, ob du überhaupt ein Präparat brauchst, bis zu den Abständen zu Medikamenten. Die Zahlen stammen vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und den National Institutes of Health (NIH).
Schritt 1: Brauchst du überhaupt ein Präparat?
Die DGE nennt als Schätzwert 350 mg Magnesium am Tag für Männer und 300 mg für Frauen, auch in Schwangerschaft und Stillzeit. Das meiste davon kommt aus Lebensmitteln: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und grünes Blattgemüse. Ein Mangel ist laut DGE bei üblicher Ernährung selten.
Wer trotzdem Beschwerden hat, lässt den Magnesiumwert im Blut bestimmen. Der Wert ist grob, weil die Nieren ihn eng regeln, aber er zeigt einen echten Mangel. Bei nächtlichen Wadenkrämpfen älterer Menschen fand eine Cochrane-Auswertung von 2020 keinen Unterschied zwischen Magnesium und Placebo. Ohne Mangel bringt das Präparat also oft nichts.
Schritt 2: Die richtige Dosis
Das BfR empfiehlt seit 2017 für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 250 mg Magnesium am Tag, verteilt auf mindestens zwei Portionen. Bis zu dieser Menge traten in Studien keine Durchfälle auf, darüber bei einem Teil der Erwachsenen. Ein Marktcheck der Verbraucherzentralen fand 2020, dass 57 Prozent der Präparate mehr enthielten.
Entscheidend ist die Angabe „Magnesium“ in der Nährwerttabelle. Sie nennt laut Nahrungsergänzungsmittelverordnung die Menge des Mineralstoffs pro Tagesdosis, meist mit dem Prozentwert der Referenzmenge von 375 mg. Das Gewicht der Verbindung, etwa „1.000 mg Magnesiumcitrat“, sagt nichts über die Wirkmenge; Citrat enthält rechnerisch nur rund 11 bis 16 Prozent Magnesium, Bisglycinat rund 14 Prozent, Oxid rund 60 Prozent.
Schritt 3: Die Form
Das NIH fasst die Studienlage so zusammen: Formen, die sich gut in Wasser lösen, werden vollständiger aufgenommen. Kleine Studien zeigen für Citrat, Laktat, Aspartat und Chlorid eine bessere Bioverfügbarkeit als für Oxid und Sulfat. Die Verbraucherzentrale hält den Unterschied im Alltag allerdings für kaum relevant, solange die Dosis stimmt.
Wer Durchfall bekommt, wechselt zu einer kleineren, verteilten Dosis oder zu Bisglycinat, das in einer Studie mit Darmoperierten besser vertragen wurde als Oxid. Ob Brausetablette, Pulver oder Kapsel, hängt von deiner Vorliebe ab; für die Aufnahme zählen Verbindung und Dosis.
Schritt 4: Zeitpunkt und Mahlzeit
Eine Studie, die die Einnahme am Morgen mit der am Abend vergleicht, gibt es nicht. Nimm das Magnesium zu den Mahlzeiten, die du sowieso regelmäßig isst, etwa zum Frühstück und zum Abendessen. Das verteilt die Dosis, schont den Darm und macht die Einnahme zur Gewohnheit. Regelmäßigkeit zählt mehr als die Uhrzeit.
Wer Magnesium für den Schlaf probiert, nimmt die zweite Portion zum Abendessen. Die Studienlage dazu ist dünn: Eine Meta-Analyse von 2021 mit 151 älteren Teilnehmern fand eine um 17 Minuten kürzere Einschlafzeit bei niedriger Beweisqualität.
Schritt 5: Abstände zu Medikamenten
Magnesium bindet einige Wirkstoffe im Darm und macht sie unwirksam. Das NIH nennt vier Gruppen:
- Bisphosphonate gegen Osteoporose, etwa Alendronat: mindestens zwei Stunden Abstand.
- Tetracyclin- und Chinolon-Antibiotika, etwa Doxycyclin oder Ciprofloxacin: Antibiotikum zwei Stunden vor oder vier bis sechs Stunden nach dem Magnesium.
- Diuretika: Schleifen- und Thiaziddiuretika erhöhen die Magnesiumausscheidung, kaliumsparende senken sie. Beides gehört in ärztliche Abstimmung.
- Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol können bei Einnahme über mehr als ein Jahr den Magnesiumspiegel senken.
Hohe Dosen von Calcium, Eisen, Kupfer und Zink können laut Verbraucherzentrale die Magnesiumaufnahme verringern. Wer mehrere Mineralstoffe nimmt, verteilt sie über den Tag statt alles auf einmal zu schlucken.
Schritt 6: Wie lange und wer aufpassen muss
Bei gesunden Nieren scheidet der Körper überschüssiges Magnesium aus, eine Dauereinnahme in BfR-Höhe ist unproblematisch. Sinnvoll ist trotzdem, nach vier bis acht Wochen zu prüfen, ob sich die Beschwerden geändert haben. Bleibt alles gleich, ist Magnesium wahrscheinlich nicht die Ursache.
Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann sich Magnesium im Blut anreichern. Das NIH beschreibt als Zeichen einer Überladung Blutdruckabfall, Übelkeit, Gesichtsrötung, Muskelschwäche und Herzrhythmusstörungen, und zwar vor allem bei Nierenschwäche oder sehr hohen Dosen aus Abführmitteln und Antazida. Für diese Gruppe gilt: Einnahme nur nach ärztlicher Absprache und mit Blutkontrolle.
Häufige Fragen
Wann sollte man Magnesium einnehmen, morgens oder abends?
Beides ist gleichwertig, eine Vergleichsstudie gibt es nicht. Zwei Portionen zum Frühstück und zum Abendessen sind der praktikabelste Weg.
Magnesium nüchtern oder zum Essen?
Zum Essen. Das verteilt die Aufnahme und schont den Darm; nüchtern steigt das Risiko für Durchfall.
Wie viel Magnesium am Tag ist richtig?
Aus Präparaten höchstens 250 mg, so das BfR. Der gesamte Tagesbedarf von 300 bis 350 mg wird zum Großteil über Lebensmittel gedeckt.
Kann ich Magnesium mit Vitamin D oder Zink kombinieren?
Für Vitamin D ist keine Wechselwirkung beschrieben. Zink in hoher Dosis kann die Magnesiumaufnahme mindern, deshalb beide zu verschiedenen Mahlzeiten nehmen.
Wie lange dauert es, bis Magnesium wirkt?
Der Blutspiegel steigt innerhalb von Stunden. Ob Beschwerden nachlassen, zeigt sich erst nach vier bis acht Wochen regelmäßiger Einnahme.
Ist Magnesium in der Schwangerschaft erlaubt?
Der DGE-Schätzwert bleibt bei 300 mg am Tag. Ob ein Präparat nötig ist, entscheidet die Frauenärztin anhand der Blutwerte.
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung — BfR bewertet Tageshöchstmenge für Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln, Pressemitteilung 50/2017 (abgerufen am 10.09.2026)
- National Institutes of Health — Magnesium Fact Sheet for Health Professionals (abgerufen am 10.09.2026)
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung — Referenzwert Magnesium (abgerufen am 10.09.2026)
- Verbraucherzentrale — Magnesium: Was ist zu beachten?, Stand 18. Februar 2026 (abgerufen am 10.09.2026)
Geschrieben von Clara, Redaktion vitalatlas.de — sie schreibt hier über Vitamine, Mineralstoffe und was die Forschung dazu sagt.







