Breakfast porridge

Nahrungsergänzung zum Cholesterin senken: Was wirklich belegt ist

Kurzantwort: Nahrungsergänzung kann Cholesterin senken, aber nur mit wenigen Stoffen und in begrenztem Maß. Belegt und in der EU zugelassen ist die Aussage für Pflanzensterole und -stanole: 1,5 bis 3 g pro Tag senken das LDL-Cholesterin um 7 bis 12,5 Prozent nach zwei bis drei Wochen. Für Beta-Glucane aus Hafer (3 g), Chitosan (3 g), Glucomannan (4 g), Pektine und Alpha-Linolensäure gilt nur die schwächere Angabe, dass sie zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels beitragen. Rotschimmelreis wirkt wie ein Statin und ist seit 2022 auf unter 3 mg Monacolin K begrenzt; das BfR rät vom Verzehr ab.

Wichtig: Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Setze ein verordnetes Cholesterinmedikament nie eigenmächtig ab und ersetze es nicht durch ein Nahrungsergänzungsmittel; ändere die Dosis nicht ohne Rücksprache. Nimm Rotschimmelreis nicht zusammen mit Statinen. Bei unerklärlichen Muskelschmerzen, Muskelschwäche, dunklem Urin, Gelbfärbung von Haut oder Augen oder bei Brustschmerz und Atemnot gehe sofort zur Ärztin oder in die Notaufnahme.

Der Cholesterinwert ist erhöht, die Ärztin spricht von Statinen, und das Regal in der Drogerie verspricht die sanfte Alternative: Artischocke, Omega-3, Rotschimmelreis, Pflanzensterine. Was davon wirkt, lässt sich ziemlich genau sagen, denn in der EU darf ein Hersteller eine Wirkung auf den Cholesterinspiegel nur behaupten, wenn die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit sie geprüft hat.

Hier findest du die zugelassenen Aussagen mit ihren Mengen, die Stoffe ohne Nachweis und die Risiken des einen Präparats, das tatsächlich wie ein Medikament wirkt. Grundlage sind die EU-Verordnungen 432/2012, 983/2009 und 2022/860 sowie die Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung zu Rotschimmelreis.

Pflanzensterole und Pflanzenstanole: Der einzige Stoff mit Senkungsnachweis

Pflanzensterole und Pflanzenstanole ähneln dem Cholesterin im Aufbau und verdrängen es bei der Aufnahme im Darm. Für sie gilt die einzige zugelassene Angabe, die eine Senkung ausdrücklich nennt: „Pflanzensterole senken nachweislich den Cholesterinspiegel. Ein hoher Cholesterinwert gehört zu den Risikofaktoren der koronaren Herzerkrankung.“

Die Bedingungen legt die Verordnung 686/2014 fest. Die Wirkung stellt sich bei 1,5 bis 3 g pro Tag ein. Bei 1,5 bis 2,4 g darf der Hersteller eine Senkung von 7 bis 10 Prozent angeben, bei 2,5 bis 3 g von 10 bis 12,5 Prozent, jeweils nach zwei bis drei Wochen. Diese Zahlen dürfen nur auf gelben Streichfetten, Milchprodukten, Mayonnaise und Salatdressings stehen; Kapseln dürfen sie nicht nennen. Gemeint ist das LDL-Cholesterin, das mit Herzinfarkt und Schlaganfall zusammenhängt.

Eine zweite, schwächere Angabe aus der Verordnung 432/2012 gilt schon ab 0,8 g pro Tag: „Phytosterine/Phytostanole tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei.“ Die Verordnung (EG) Nr. 608/2004 schreibt für Lebensmittel mit zugesetzten Pflanzensterinen zusätzlich vor: den Hinweis, dass mehr als 3 g pro Tag zu vermeiden sind, dass das Produkt ausschließlich für Menschen bestimmt ist, die ihren Cholesterinspiegel senken möchten, und dass es für Schwangere, Stillende und Kinder unter fünf Jahren möglicherweise nicht geeignet ist.

Ballaststoffe: Hafer, Chitosan, Glucomannan, Pektin

Mehrere Ballaststoffe binden Gallensäuren im Darm, die der Körper aus Cholesterin bildet. Für sie ist jeweils die Angabe „trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei“ zugelassen, mit festen Mengen:

Stoff Tagesmenge für die Angabe Quelle
Beta-Glucane aus Hafer oder Gerste 3 g Haferflocken, Haferkleie, Gerste
Chitosan 3 g Krebstierschalen, Präparate
Glucomannan (Konjak) 4 g Präparate, mit reichlich Wasser
Pektine 6 g Äpfel, Zitrusschalen, Präparate
Alpha-Linolensäure (ALA) 2 g Leinöl, Rapsöl, Walnüsse

Die Formulierung „Aufrechterhaltung“ ist bewusst gewählt. Sie sagt nicht, dass der Wert sinkt, nur dass der Stoff zu einem normalen Wert beiträgt. Für Beta-Glucane heißt das laut Wikipedia: Haferkleie enthält 8,1 g je 100 g, fast doppelt so viel wie Haferflocken; vier Esslöffel Haferkleie mit 40 g liefern 3,2 g. Mit Haferflocken braucht es etwa die doppelte Menge.

Omega-3, Artischocke, Knoblauch: Was fehlt

Für Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl gibt es keine zugelassene Angabe zum Cholesterin. Zugelassen ist: „DHA und EPA tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Triglyceridspiegels im Blut bei“, bei 2 g pro Tag. Triglyceride sind ein anderer Blutfettwert. Für den Ersatz gesättigter durch ungesättigte Fettsäuren gilt ebenfalls die Aufrechterhaltungs-Angabe; das betrifft die Ernährung, nicht eine Kapsel.

Artischocke, Knoblauch, Bergamotte, Kurkuma und grüner Tee tauchen in der Liste der zugelassenen Angaben nicht auf. Für sie durfte die EFSA keinen ausreichenden Nachweis feststellen, oder es wurde nie ein Antrag eingereicht. Ein Hersteller darf mit ihnen deshalb nicht für den Cholesterinspiegel werben. Ob einzelne Studien Effekte zeigen, ändert daran nichts.

Rotschimmelreis: Ein Statin ohne Rezept

Rotschimmelreis entsteht, wenn Reis mit Schimmelpilzen der Gattung Monascus fermentiert wird. Dabei bildet sich Monacolin K. Laut BfR ist Monacolin K in Aufbau und Wirkung identisch mit Lovastatin, einem rezeptpflichtigen Statin. Es hemmt ein Leberenzym, das der Körper für die Cholesterinbildung braucht. Die Wirkung ist also real, mit allen Nebenwirkungen eines Statins: Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Muskelkrämpfe, in seltenen Fällen Leber- und Nierenfunktionsstörungen und Rhabdomyolyse, ein Zerfall der Skelettmuskulatur.

Die EFSA stellte 2018 fest, dass bei 10 mg Monacolin K pro Tag erhebliche Sicherheitsbedenken bestehen und dass schwere Nebenwirkungen bereits bei 3 mg pro Tag gemeldet wurden. Die EU-Verordnung 2022/860 begrenzt Nahrungsergänzungsmittel deshalb auf weniger als 3 mg Monacoline pro Tagesportion. Die Kennzeichnung muss warnen, dass Schwangere, Stillende, Kinder unter 18 und Erwachsene über 70 das Produkt nicht verzehren sollen, ebenso Menschen, die cholesterinsenkende Mittel einnehmen. Die alte Angabe zum Cholesterinspiegel setzte 10 mg voraus und ist damit nicht mehr nutzbar. Das BfR empfiehlt, Nahrungsergänzungsmittel mit Rotschimmelreis nicht zu verzehren, und wenn doch, nur unter ärztlicher Kontrolle.

Was die Wirkung in Relation setzt

Pflanzensterole senken das LDL um höchstens 12,5 Prozent. Wer mit 190 mg/dl LDL startet, landet bei rund 166 mg/dl. Ob das reicht, hängt vom persönlichen Risiko ab, das die Ärztin aus Alter, Blutdruck, Rauchen, Diabetes und Vorerkrankungen berechnet. Statine senken das LDL deutlich stärker; welche Therapie für dich passt, entscheidet deine Ärztin. Ein Nahrungsergänzungsmittel ergänzt eine Ernährungsumstellung; es ersetzt keine verordnete Behandlung.

Häufige Fragen

Welches Nahrungsergänzungsmittel senkt Cholesterin am besten?

Pflanzensterole und -stanole mit 1,5 bis 3 g pro Tag. Nur für sie ist eine Senkung des LDL um 7 bis 12,5 Prozent als Angabe zugelassen.

Hilft Omega-3 gegen hohes Cholesterin?

Die zugelassene Angabe betrifft Triglyceride bei 2 g EPA und DHA pro Tag. Für Cholesterin gibt es keine.

Ist Rotschimmelreis eine natürliche Alternative zu Statinen?

Er enthält den Statin-Wirkstoff Lovastatin unter anderem Namen. Seit 2022 sind weniger als 3 mg pro Tag erlaubt; das BfR rät vom Verzehr ab.

Wie viel Hafer für 3 g Beta-Glucan?

Rund 40 g Haferkleie oder etwa die doppelte Menge Haferflocken. Haferkleie enthält laut Wikipedia 8,1 g Beta-Glucan je 100 g.

Kann ich Pflanzensterole mit Statinen kombinieren?

Das entscheidet die Ärztin. Die Verordnung 608/2004 schreibt den Hinweis vor, dass Menschen mit Cholesterinmedikamenten die Produkte nur unter ärztlicher Aufsicht verzehren sollten.

Wann zeigt sich ein Effekt?

Bei Pflanzensterolen nach zwei bis drei Wochen. Ein Kontrollwert nach sechs bis acht Wochen zeigt, ob die Maßnahme reicht.

Quellen

Redaktion vitalatlas.de — hier wird zusammengetragen, was Fachgesellschaften, Behörden und Studien zu Vitaminen und Mineralstoffen sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.


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