Brennende Fußsohlen: Ursachen und was wirklich hilft

Kurz gesagt: Brennende Fußsohlen entstehen häufig durch Überlastung, falsches Schuhwerk oder Pilzbefall. Halten sie an, ist die wichtigste abzuklärende Ursache eine Nervenschädigung – vor allem als Folge von Diabetes. Kühlung und passende Schuhe lindern, ersetzen aber keine Abklärung.

Brennen ist ein Nervensignal. Wenn es ohne erkennbaren Anlass anhält, ist das die Spur.

Die harmlosen Ursachen

Überlastung. Nach langem Stehen oder Gehen, besonders auf hartem Untergrund.

Falsche Schuhe. Zu eng, zu flach, ohne Dämpfung.

Fußpilz. Brennen und Jucken, oft zwischen den Zehen, mit schuppiger Haut.

Trockene Haut mit feinen Rissen.

Wärmestau in luftundurchlässigen Schuhen.

Senk- oder Spreizfuß mit Fehlbelastung des Vorfußes.

Die Ursachen, die abgeklärt gehören

Diabetische Polyneuropathie. Die wichtigste Ursache anhaltenden Brennens. Erhöhter Blutzucker schädigt über Jahre die kleinen Nervenfasern – oft beginnt es an den Füßen und nachts.

Vitamin-B12-Mangel. Ebenfalls eine Nervenschädigung, gut behandelbar.

Durchblutungsstörungen. Schmerzen beim Gehen, kalte Füße, schlecht heilende Wunden.

Alkoholbedingte Nervenschädigung.

Schilddrüsenerkrankungen und Nierenerkrankungen.

Restless-Legs-Syndrom. Missempfindungen mit Bewegungsdrang, vor allem abends.

Medikamente, etwa nach einer Chemotherapie.

Was Linderung bringt

Kühle Fußbäder. Lauwarm bis kühl, 10 bis 15 Minuten – nicht eiskalt.

Hochlagern der Beine.

Bequeme, atmungsaktive Schuhe mit Dämpfung; täglich wechseln, damit sie trocknen.

Baumwollsocken statt Kunstfaser.

Fußgymnastik. Zehen spreizen, ein Handtuch mit den Zehen greifen, Igelball rollen.

Hautpflege mit harnstoffhaltiger Creme bei trockener Haut.

Bewegung. Fördert die Durchblutung.

Bei Diabetes gilt Besonderes

Wer Diabetes hat, sollte die Füße täglich kontrollieren – auch die Sohlen und Zehenzwischenräume, notfalls mit einem Spiegel.

Bei eingeschränktem Empfinden sind heiße Fußbäder und Wärmflaschen gefährlich: Verbrennungen werden nicht bemerkt. Die Wassertemperatur immer mit der Hand oder dem Ellbogen prüfen.

Die jährliche Fußuntersuchung ist Teil der Diabetesbetreuung.

Wann zum Arzt

Bei Beschwerden über mehrere Wochen, bei Taubheit oder Kribbeln, bei nächtlicher Verstärkung, bei Wunden, die schlecht heilen, bei bekanntem Diabetes und bei zusätzlichen Beschwerden wie Muskelschwäche.

Wie Nerven Brennen erzeugen

Ein brennendes Gefühl ohne äußere Ursache entsteht meist dadurch, dass Nervenfasern Signale senden, obwohl kein Reiz vorliegt. Betroffen sind vor allem die dünnen Fasern, die Temperatur und Schmerz übertragen. Deshalb wird das Gefühl als Hitze und nicht als Druck empfunden.

Die Ursache liegt häufig in einer Schädigung der peripheren Nerven, die als Polyneuropathie bezeichnet wird. Typisch ist ein Beginn an den Füßen, symmetrisch auf beiden Seiten, oft nachts stärker. Später können Taubheit und Unsicherheit beim Gehen dazukommen.

Diese Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt, weil viele Ursachen behandelbar sind. Je früher das geschieht, desto besser die Aussichten. Abwarten verschlechtert die Ausgangslage.

Nährstoffmängel als Ursache

Ein Mangel an Vitamin B12 ist eine der häufigsten behandelbaren Ursachen und betrifft besonders ältere Menschen, Personen mit Magenerkrankungen sowie Menschen mit rein pflanzlicher Ernährung. Auch bestimmte Medikamente gegen Diabetes oder Sodbrennen können die Aufnahme beeinträchtigen. Ein Bluttest klärt das.

Daneben können Mängel an Vitamin B1, B6 und Folsäure eine Rolle spielen. Zu viel Vitamin B6 kann umgekehrt selbst Nervenschäden verursachen, weshalb eine unkontrollierte Einnahme hoch dosierter Präparate nicht ratsam ist. Ergänzt wird nur bei nachgewiesenem Mangel.

Ein früh erkannter Mangel lässt sich in vielen Fällen gut ausgleichen, und die Beschwerden bessern sich. Bestehen sie über längere Zeit, bleibt teilweise ein Restbefund. Auch das spricht für eine frühe Abklärung.

Weitere Ursachen, an die man denken sollte

Neben Diabetes gehören eine Schilddrüsenunterfunktion, eine eingeschränkte Nierenfunktion, regelmäßiger Alkoholkonsum und bestimmte Medikamente zu den häufigen Auslösern. Auch Infektionen und Autoimmunerkrankungen kommen infrage. Die Liste ist lang, die Abklärung folgt aber einem festen Schema.

Nicht jede brennende Fußsohle hat eine Nervenursache. Auch Pilzinfektionen, Durchblutungsstörungen, ein Fersensporn oder schlicht ungeeignete Schuhe erzeugen ähnliche Empfindungen. Diese Ursachen sind meist leichter zu erkennen.

Ein einseitiges Brennen mit Schmerzausstrahlung spricht eher für ein Problem im Rücken oder für eine Nervenenge am Fuß. Auch das lässt sich untersuchen. Die Seitigkeit ist deshalb ein wichtiger Hinweis.

Schuhe, Socken und Fußpflege

Enge Schuhe, zu schmale Zehenboxen und harte Sohlen verstärken Beschwerden erheblich. Sinnvoll sind Schuhe mit ausreichend Platz, weicher Dämpfung und atmungsaktivem Material. Neue Schuhe werden besser am Nachmittag anprobiert, weil die Füße dann größer sind.

Socken aus Baumwolle oder Wolle transportieren Feuchtigkeit besser als reine Kunstfasern. Nähte im Zehenbereich können drücken; nahtlose Modelle sind bei empfindlichen Füßen die bessere Wahl. Täglicher Wechsel ist selbstverständlich.

Bei trockener, rissiger Haut hilft regelmäßiges Eincremen mit harnstoffhaltigen Präparaten. Hornhaut sollte nicht mit scharfen Werkzeugen entfernt werden, besonders nicht bei Diabetes. Eine medizinische Fußpflege ist dann der sichere Weg.

Bewegung und Durchblutung

Regelmäßiges Gehen verbessert die Durchblutung und wirkt sich günstig auf Nervenbeschwerden aus. Empfohlen werden mehrere kurze Einheiten statt einer langen. Auch Radfahren und Schwimmen sind geeignet.

Einfache Fußübungen wie Zehenspreizen, Fußkreisen und Abrollen lassen sich mehrmals täglich einbauen. Sie kosten wenige Minuten und lockern die kleine Fußmuskulatur. Barfußgehen auf sicherem Untergrund ergänzt das sinnvoll.

Bei Diabetes gilt eine Einschränkung: Barfußgehen erhöht das Verletzungsrisiko, weil Verletzungen wegen der verminderten Empfindung unbemerkt bleiben. Dann sind Hausschuhe die bessere Wahl. Die Füße werden täglich kontrolliert.

Was Fußbäder leisten

Kühle Fußbäder lindern das Brennen kurzfristig, weil Kälte die Signalweiterleitung der betroffenen Fasern dämpft. Die Wirkung hält meist nur so lange an, wie die Kühlung wirkt. Eiswasser ist ungeeignet und kann Haut und Gefäße schädigen.

Wechselbäder mit warmem und kühlem Wasser fördern die Durchblutung und werden von vielen als angenehm empfunden. Zusätze wie Kamille oder Lavendel wirken vor allem über den Duft und die Ruhephase. Ein Nachweis für eine Wirkung auf die Nerven fehlt.

Bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen sollte die Wassertemperatur mit dem Ellenbogen oder einem Thermometer geprüft werden, weil das Temperaturempfinden am Fuß gestört sein kann. Verbrühungen entstehen sonst unbemerkt. Diese Vorsichtsmaßnahme ist wichtiger als jedes Hausmittel.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Anhaltendes Brennen, Taubheit oder Gangunsicherheit gehören in die Hausarztpraxis.

Häufige Fragen

Was ist das Burning-Feet-Syndrom?

Ein Sammelbegriff für brennende Füße, meist durch eine Nervenschädigung verursacht.

Hilft kaltes Wasser?

Kurzfristig ja. Eiskaltes Wasser ist bei Durchblutungsstörungen ungeeignet.

Können die Schuhe schuld sein?

Häufig – zu enge und ungedämpfte Schuhe sind eine typische Ursache.

Welche Blutwerte sind sinnvoll?

Blutzucker beziehungsweise Langzeitwert, Vitamin B12 und Schilddrüsenwerte.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Welcher Nährstoffmangel ist häufig?

Ein Mangel an Vitamin B12.

Hilft kaltes Wasser dauerhaft?

Nur solange die Kühlung wirkt.

Was ist bei Diabetes zu beachten?

Kein Barfußgehen und Wassertemperatur immer prüfen.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:


Nach oben scrollen