Hausmittel gegen Durchfall – was hilft und was schadet

Kurz gesagt: Das Wichtigste ist nicht ein Mittel gegen den Durchfall, sondern der Ausgleich von Flüssigkeit und Salzen. Am besten wirkt eine Elektrolytlösung aus der Apotheke. Ein Mittel, das sofort stoppt, ist meist nicht sinnvoll — der Körper scheidet mit dem Stuhl auch Erreger aus.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Warum Trinken vor allem anderen kommt

Bei Durchfall verliert der Körper Wasser und mit ihm Natrium, Kalium und Chlorid. Genau dieser Verlust ist gefährlich, nicht der Durchfall selbst.

Anzeichen für einen Mangel sind Schwindel beim Aufstehen, trockener Mund, wenig und dunkler Urin, Muskelkrämpfe und bei Kindern Teilnahmslosigkeit.

Die Elektrolytlösung

Fertige Pulver aus der Apotheke enthalten Salze und Traubenzucker in einem abgestimmten Verhältnis. Der Zucker ist kein Beiwerk: Er wird im Darm zusammen mit Natrium aufgenommen und zieht Wasser mit. Ohne ihn wirkt die Lösung schlechter.

Für den Notfall lässt sich eine Lösung selbst ansetzen — auf einen Liter abgekochtes Wasser etwa acht gestrichene Teelöffel Zucker und einen halben Teelöffel Salz, dazu ein Glas Orangensaft für das Kalium. Bei Kindern und älteren Menschen ist die Fertiglösung sicherer, weil die Zusammensetzung stimmt.

Was sich bewährt hat

Geriebener Apfel. Das enthaltene Pektin bindet Wasser im Darm. Der Apfel sollte mit Schale gerieben werden und kurz braun anlaufen.

Zerdrückte Banane. Liefert Kalium und ist gut verträglich.

Salzstangen und Zwieback. Der Klassiker liefert Natrium und Kohlenhydrate. Als alleinige Versorgung reicht er nicht, weil Kalium fehlt.

Karottensuppe nach Moro. Lange gekochte Karotten bilden Zuckermoleküle, die bestimmte Bakterien am Anheften an die Darmwand hindern. Ein altes Mittel aus der Kinderheilkunde, das sich gehalten hat.

Heidelbeeren, getrocknet. Enthalten Gerbstoffe. Frische Heidelbeeren wirken eher gegenteilig.

Schwarzer Tee. Länger ziehen lassen, damit die Gerbstoffe in Lösung gehen.

Was man besser lässt

Milch und Milchprodukte. Nach einem Magen-Darm-Infekt ist die Laktoseverdauung oft vorübergehend gestört.

Fettiges, Frittiertes, stark Gewürztes.

Cola. Der alte Rat hält sich hartnäckig. Der Zuckergehalt ist zu hoch und zieht zusätzlich Wasser in den Darm, Kalium fehlt fast völlig.

Alkohol und Kaffee. Beide reizen den Darm.

Wann Medikamente sinnvoll sind — und wann nicht

Mittel, die die Darmbewegung hemmen, verschaffen Ruhe für eine Reise oder einen wichtigen Termin. Sie beheben aber nichts und halten Erreger länger im Körper.

Bei Fieber und blutigem Stuhl sind sie ausdrücklich nicht geeignet. Für Kinder gelten eigene Regeln — hier gehört die Entscheidung in ärztliche Hand.

Der Aufbau danach

Sobald der Appetit zurückkehrt, sollte wieder gegessen werden. Langes Fasten verzögert die Erholung der Darmschleimhaut.

Bewährt hat sich leichte Kost in kleinen Portionen: Zwieback, Reis, Kartoffeln, Haferschleim, gedünstetes Gemüse, magerer Fisch. Fett und Zucker kommen zuletzt zurück.

Wann es zum Arzt muss

  • Blut oder Schleim im Stuhl
  • Hohes Fieber
  • Durchfall über drei Tage ohne Besserung
  • Starke Bauchschmerzen
  • Zeichen von Flüssigkeitsmangel — Schwindel, kaum Urin, eingesunkene Augen
  • Bei Säuglingen, Kleinkindern, Schwangeren und älteren Menschen frühzeitig
  • Nach einer Fernreise oder nach einer Antibiotikabehandlung

Ansteckung vermeiden

Magen-Darm-Infekte sind hochansteckend. Gründliches Händewaschen mit Seife nach jedem Toilettengang, eigene Handtücher und das Reinigen von Türklinken und Armaturen senken das Risiko für den Haushalt deutlich.

Für Beschäftigte in der Lebensmittelverarbeitung und in Gemeinschaftseinrichtungen gelten eigene Regeln des Infektionsschutzgesetzes.

Die häufigsten Ursachen

Virale Magen-Darm-Infekte sind der häufigste Auslöser, im Winter vor allem Noroviren, bei Kleinkindern Rotaviren. Sie beginnen plötzlich, oft mit Erbrechen, und dauern meist zwei bis drei Tage.

Bakterielle Infekte durch verdorbene Lebensmittel verlaufen häufig schwerer und mit Fieber.

Antibiotika stören die Darmflora. Der Durchfall setzt oft erst nach einigen Tagen ein und kann noch Wochen nach dem Absetzen auftreten.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Reizdarm, Schilddrüsenüberfunktion und chronisch entzündliche Darmerkrankungen kommen bei länger anhaltenden Beschwerden in Frage.

Stress ist ein realer Auslöser — Darm und Nervensystem sind eng verschaltet.

Probiotika

Bei Durchfall im Zusammenhang mit Antibiotika gibt es Hinweise, dass bestimmte Bakterien- und Hefestämme die Dauer verkürzen können. Wichtig ist der Stamm, nicht das Wort auf der Packung.

Sinnvoll ist die Einnahme mit zeitlichem Abstand zum Antibiotikum. Bei stark geschwächtem Immunsystem gehört die Entscheidung in ärztliche Hand.

Durchfall auf Reisen

Reisedurchfall ist die häufigste Erkrankung bei Fernreisen. Auslöser sind meist Bakterien, die über Wasser und Lebensmittel aufgenommen werden.

Die bekannte Regel lautet: kochen, schälen oder darauf verzichten. Dazu gehört auch, auf Eiswürfel zu verzichten und Zähne mit abgefülltem Wasser zu putzen, wo die Wasserqualität unklar ist.

Ins Reisegepäck gehören Elektrolytpulver und ein Mittel gegen Durchfall für Notfälle. Bei Fieber oder blutigem Stuhl gilt auch im Urlaub: ärztliche Hilfe suchen, nicht selbst behandeln.

Wenn es länger dauert

Beschwerden über mehr als zwei bis vier Wochen gelten als chronisch und gehören abgeklärt. Dahinter können Unverträglichkeiten, eine Zöliakie, eine chronisch entzündliche Darmerkrankung oder eine Schilddrüsenüberfunktion stecken.

Hilfreich für das Gespräch in der Praxis ist ein einfaches Tagebuch: wann, wie oft, wie beschaffen, was vorher gegessen. Damit lassen sich Muster oft schneller erkennen als mit jedem Test.

Häufige Fragen

Was hilft am schnellsten?

Der Ausgleich von Flüssigkeit und Salzen.

Ist Cola ein gutes Mittel?

Nein, zu viel Zucker und kaum Kalium.

Soll man den Durchfall stoppen?

Meist nicht – der Körper scheidet Erreger aus.

Wann darf man wieder normal essen?

Sobald der Appetit zurückkehrt, mit leichter Kost.

Wie lange dauert ein Magen-Darm-Infekt?

Meist zwei bis drei Tage.

Wann muss man zum Arzt?

Bei Blut im Stuhl, hohem Fieber und Zeichen von Flüssigkeitsmangel.

Was ist die häufigste Ursache?

Ein viraler Magen-Darm-Infekt.

Helfen Probiotika?

Bei Durchfall durch Antibiotika gibt es Hinweise darauf.

Was tun bei Reisedurchfall?

Elektrolyte ausgleichen, bei Fieber ärztliche Hilfe suchen.

Ab wann gilt Durchfall als chronisch?

Ab etwa zwei bis vier Wochen.

Quellen

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