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Kurz gesagt: Ein Mittel, das eine Erkältung abkürzt, gibt es nicht — weder als Hausmittel noch aus der Apotheke. Was hilft, ist Linderung: viel trinken, Salzwasser für die Nase, warme Getränke, Ruhe. Eine Erkältung dauert mit Behandlung etwa eine Woche und ohne etwa sieben Tage.
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
Warum es keinen Turbo gibt
Eine Erkältung wird von Viren ausgelöst — über zweihundert verschiedene kommen dafür in Frage, am häufigsten Rhinoviren. Antibiotika wirken gegen Bakterien und sind hier wirkungslos.
Das Immunsystem braucht seine Zeit, um die Erreger zu erkennen und auszuschalten. Diese Zeit lässt sich nicht abkürzen. Was sich beeinflussen lässt, sind die Beschwerden — und dabei helfen einfache Mittel oft ebenso gut wie teure.
Was tatsächlich hilft
Trinken. Ausreichend Flüssigkeit hält den Schleim dünnflüssig und erleichtert das Abhusten. Wasser und ungesüßter Tee genügen.
Nasenspülung mit Salzwasser. Eine der wirksamsten Maßnahmen überhaupt. Sie befeuchtet die Schleimhaut und trägt Sekret ab. Fertige Salzmischungen aus der Apotheke sind praktisch, eine selbst angesetzte Lösung tut es auch — auf einen halben Liter abgekochtes, handwarmes Wasser knapp ein gestrichener Teelöffel Salz.
Feuchte Luft. Trockene Heizungsluft reizt die Schleimhäute zusätzlich. Ein feuchtes Handtuch über der Heizung reicht.
Inhalieren mit Wasserdampf. Lindert das Gefühl der verstopften Nase. Kinder sollten wegen der Verbrühungsgefahr nicht über eine Schüssel mit heißem Wasser inhalieren; dafür gibt es Inhalatoren.
Ruhe und Schlaf. Der am häufigsten unterschätzte Punkt. Wer sich auskuriert, hat seltener Rückschläge.
Halswickel und warme Getränke. Sie lindern Halsschmerzen, auch wenn sie den Verlauf nicht verändern.
Was wenig oder nichts bringt
Vitamin C in hoher Dosierung. Eine Einnahme erst bei Beginn der Erkältung verkürzt sie nach dem heutigen Kenntnisstand nicht. Bei dauerhafter vorbeugender Einnahme ist der Effekt allenfalls sehr klein.
Antibiotika. Wirkungslos gegen Viren und mit unnötigen Nebenwirkungen verbunden.
Schwitzkuren und heiße Bäder bei Fieber. Sie belasten den Kreislauf zusätzlich.
Alkohol, etwa als heißer Grog. Er trocknet aus und stört den Schlaf.
Die Sache mit dem Hühnersuppen-Klassiker
Hühnerbrühe ist warm, salzig und flüssig — sie liefert Wasser und Elektrolyte und tut dem Hals gut. Mehr muss sie nicht leisten, und das erklärt ihre Beliebtheit hinreichend.
Ob darüber hinaus eine besondere Wirkung besteht, ist nicht belastbar geklärt. Schaden kann sie nicht, und wer sie mag, sollte sie essen.
Abschwellende Nasensprays
Sie wirken schnell und zuverlässig, haben aber eine klare Grenze: höchstens eine Woche. Bei längerer Anwendung gewöhnt sich die Schleimhaut daran und schwillt beim Absetzen stärker an als zuvor.
Für die Nacht sind sie sinnvoll, weil sie Schlaf ermöglichen. Tagsüber ist die Salzlösung die bessere Wahl.
Erkältung, Grippe oder mehr
Eine Erkältung beginnt schleichend über ein bis zwei Tage: erst Halskratzen, dann Schnupfen, dann Husten. Fieber ist eher niedrig oder fehlt.
Eine echte Grippe beginnt plötzlich, oft innerhalb von Stunden, mit hohem Fieber, Gliederschmerzen und starkem Krankheitsgefühl. Wer sagen kann, in welcher Stunde es losging, hatte wahrscheinlich keine Erkältung.
Wann man ärztlichen Rat braucht
- Fieber über 39 Grad oder Fieber, das länger als drei Tage anhält
- Atemnot, Brustschmerzen, Pfeifen beim Atmen
- Starke, einseitige Halsschmerzen oder Schluckbeschwerden
- Beschwerden, die nach einer Woche schlimmer statt besser werden
- Ohrenschmerzen oder starker Druck über den Nebenhöhlen
- Bei Säuglingen, Schwangeren, älteren Menschen und Vorerkrankungen frühzeitig
Vorbeugen
Händewaschen ist die wirksamste Einzelmaßnahme — Erkältungsviren gelangen meist über die Hände an Nase und Augen. Dazu regelmäßiges Lüften, ausreichend Schlaf und Abstand zu offensichtlich Erkrankten.
Gegen die echte Grippe schützt eine jährliche Impfung, die für bestimmte Gruppen empfohlen wird. Gegen Erkältungen gibt es keine Impfung.
Zink, Holunder und Echinacea
Drei Mittel tauchen in jeder Diskussion auf, deshalb kurz der Stand.
Zink ist der aussichtsreichste Kandidat. Für Lutschtabletten, die innerhalb der ersten 24 Stunden begonnen werden, gibt es Hinweise auf eine leicht verkürzte Dauer. Die Studienlage ist uneinheitlich, die Dosierungen unterscheiden sich stark, und hohe Dosen über längere Zeit sind nicht unbedenklich.
Holunderbeere und Echinacea werden häufig empfohlen. Belastbare Belege für eine spürbare Wirkung fehlen; schaden dürften sie bei üblicher Anwendung nicht.
Wer eines davon nimmt und sich besser fühlt, muss es nicht lassen. Erwarten sollte man wenig — und den Preis im Blick behalten.
Arbeiten oder zu Hause bleiben
Erkältungsviren werden vor allem in den ersten Tagen weitergegeben, wenn die Beschwerden am stärksten sind. Wer krank ins Büro geht, steckt Kolleginnen und Kollegen an und verlängert seinen eigenen Verlauf.
In Deutschland ist es möglich, sich bis zu drei Tage ohne Attest krankzumelden, sofern der Arbeitsvertrag nichts anderes vorsieht. Für einfache Atemwegserkrankungen gibt es zudem die telefonische Krankschreibung.
Husten — trocken oder mit Auswurf
Die beiden Formen brauchen Unterschiedliches, und die Verwechslung ist der häufigste Fehler in der Selbstbehandlung.
Trockener Reizhusten tritt meist zu Beginn auf und quält vor allem nachts. Hier helfen hustenstillende Mittel und alles, was die Schleimhaut befeuchtet — Inhalieren, warme Getränke, feuchte Raumluft.
Husten mit Auswurf folgt später. Hier ist das Abhusten erwünscht; hustenstillende Mittel sind dann kontraproduktiv, weil der Schleim in den Bronchien bleibt.
Beides gleichzeitig einzunehmen — ein schleimlösendes Mittel tagsüber und ein hustenstillendes für die Nacht — ist verbreitet, sollte aber besprochen werden.
Häufige Fragen
Kann man eine Erkältung abkürzen?
Nein, nur die Beschwerden lindern.
Hilft Vitamin C?
Bei Einnahme erst zu Beginn der Erkältung nach heutigem Kenntnisstand nicht.
Wie lange darf man Nasenspray nehmen?
Höchstens eine Woche.
Was ist der Unterschied zur Grippe?
Die Grippe beginnt plötzlich und mit hohem Fieber.
Nützt Hühnersuppe?
Sie liefert Wasser und Salz – das reicht als Begründung.
Wann sollte man zum Arzt?
Bei hohem oder langem Fieber, Atemnot und Verschlechterung nach einer Woche.
Hilft Zink?
Möglicherweise leicht, wenn es sehr früh begonnen wird.
Sollte man krank arbeiten?
Nein, das verlängert den Verlauf und steckt andere an.
Was hilft bei Reizhusten?
Befeuchten und hustenstillende Mittel, vor allem nachts.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
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