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Kurzantwort: Mineralstoffe im Wasser sind vor allem Calcium, Magnesium, Natrium, Kalium und Hydrogencarbonat, dazu Sulfat und Chlorid. Ein Mineralwasser darf sich „calciumhaltig“ nennen, wenn es mehr als 150 mg Calcium pro Liter enthält, „magnesiumhaltig“ ab mehr als 50 mg Magnesium pro Liter. Leitungswasser liefert je nach Härte ebenfalls Calcium und Magnesium; die Werte stehen in der Analyse deines Versorgers. Mit 1,5 Litern eines calcium- und magnesiumreichen Wassers deckst du einen spürbaren Teil des Tagesbedarfs.
Wichtig: Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn du wegen Bluthochdruck, Nieren- oder Herzerkrankung natriumarm essen sollst oder Medikamente wie Diuretika nimmst, besprich die Wahl des Wassers mit deiner Ärztin und ändere die Dosis eines Medikaments nie eigenmächtig. Bei anhaltendem Erbrechen oder Durchfall mit Schwindel, Verwirrtheit, Muskelkrämpfen oder Herzrhythmusstörungen gehe sofort zur Ärztin oder in die Notaufnahme.
Auf dem Etikett einer Mineralwasserflasche steht eine kleine Tabelle. Bei Gerolsteiner Medium lautet sie laut Wikipedia-Eintrag zur Marke: Calcium 348 mg/l, Magnesium 108 mg/l, Natrium 118 mg/l, Hydrogencarbonat 1.816 mg/l. Andere Wässer kommen auf 10 mg Calcium und 3 mg Magnesium. Beide sind Mineralwasser, und der Unterschied im Beitrag zur Versorgung ist enorm.
Hier findest du, welche Mineralstoffe in Wasser gelöst sind, welche Grenzwerte und Kennzeichnungen gelten und wie viel Wasser zur Tageszufuhr beiträgt. Grundlage sind die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung, die Trinkwasserverordnung und die Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
Woher die Mineralstoffe im Wasser kommen
Regenwasser enthält fast keine Mineralstoffe. Erst auf dem Weg durch Boden und Gestein löst es Salze heraus. Aus Kalkstein und Dolomit stammen Calcium und Magnesium, aus Gips zusätzlich Sulfat, aus Salzlagern Natrium und Chlorid. Kohlensäure im Wasser beschleunigt diesen Vorgang. Deshalb hängt der Mineralstoffgehalt eines Wassers vom Gestein seiner Herkunft ab, und deshalb unterscheiden sich Wässer aus verschiedenen Quellen so stark.
Im Wasser liegen die Mineralstoffe als Ionen vor: Calcium als Ca2+, Magnesium als Mg2+, Natrium als Na+. In dieser Form kann der Darm sie direkt aufnehmen.
Was auf dem Mineralwasser-Etikett stehen darf
Die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung legt in Anlage 6 fest, ab welchem Gehalt ein Hersteller mit einem Mineralstoff werben darf:
| Angabe | Anforderung |
|---|---|
| Calciumhaltig | mehr als 150 mg/l Calcium |
| Magnesiumhaltig | mehr als 50 mg/l Magnesium |
| Natriumhaltig | mehr als 200 mg/l Natrium |
| Geeignet für natriumarme Ernährung | weniger als 20 mg/l Natrium |
| Bicarbonathaltig | mehr als 600 mg/l Hydrogencarbonat |
| Sulfathaltig | mehr als 200 mg/l Sulfat |
| Chloridhaltig | mehr als 200 mg/l Chlorid |
| Fluoridhaltig | mehr als 1 mg/l Fluorid |
| Mit geringem Gehalt an Mineralien | fester Rückstand höchstens 500 mg/l |
| Mit hohem Gehalt an Mineralien | fester Rückstand mehr als 1.500 mg/l |
Ein Wasser darf „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ heißen, wenn es unter anderem höchstens 20 mg/l Natrium, 10 mg/l Nitrat, 0,7 mg/l Fluorid und 240 mg/l Sulfat enthält.
Was für Leitungswasser gilt
Für Trinkwasser aus der Leitung gibt es keine Mindestgehalte an Calcium oder Magnesium, nur Obergrenzen für einzelne Stoffe. Die Trinkwasserverordnung 2023 nennt als Grenzwert für Fluorid 1,5 mg/l und für Nitrat 50 mg/l. Als Indikatorparameter gelten 200 mg/l Natrium, 250 mg/l Sulfat, 250 mg/l Chlorid, 0,2 mg/l Eisen und 0,05 mg/l Mangan.
Wie viel Calcium und Magnesium dein Leitungswasser enthält, steht in der Trinkwasseranalyse des Versorgers, die er veröffentlichen muss. Einen Anhaltspunkt gibt die Wasserhärte, die nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz in drei Bereiche eingeteilt wird: weich unter 1,5 mmol/l Calciumcarbonat, mittel 1,5 bis 2,5 mmol/l, hart über 2,5 mmol/l. In deutschen Härtegraden entspricht 1 mmol/l 5,6 °dH; weich sind also Wässer unter 8,4 °dH, hart solche über 14 °dH. Die DGE schreibt dazu: Härteres Wasser weist höhere Magnesiumkonzentrationen auf als weiches.
Wie viel Wasser zum Tagesbedarf beiträgt
Die DGE nennt als Referenzwerte für Erwachsene 1.000 mg Calcium pro Tag und 300 mg Magnesium für Frauen beziehungsweise 350 mg für Männer. Ein Wasser mit 348 mg/l Calcium und 108 mg/l Magnesium liefert mit 1,5 Litern rund 520 mg Calcium und 160 mg Magnesium, also die Hälfte des Calcium- und ein gutes Drittel des Magnesiumbedarfs. Ein Wasser mit 10 mg/l Calcium liefert mit derselben Menge 15 mg.
In der Beispielrechnung der DGE zur Magnesiumversorgung stehen 1,5 Liter natürliches Mineralwasser mit 45 mg Magnesium, also 30 mg/l. Die DGE nennt Mineralwasser ausdrücklich als Calciumlieferanten und rät Menschen, die keine Milchprodukte verzehren, zu calciumhaltigen Wässern mit mehr als 150 mg pro Liter. Mineralwasser ist damit ein Mineralstofflieferant ohne Kalorien.
Natrium: Der eine Mineralstoff, bei dem weniger oft besser ist
Für Natrium gibt die DGE einen Schätzwert von 1.500 mg pro Tag an. Die meisten Menschen in Deutschland nehmen über Salz deutlich mehr auf. Ein Heilwasser oder Mineralwasser mit 500 mg/l Natrium trägt bei 1,5 Litern 750 mg bei. Wer natriumarm essen soll, greift zu Wässern mit weniger als 20 mg/l, die entsprechend gekennzeichnet sind. Für alle anderen ist der Natriumgehalt des Wassers gegenüber dem Salz im Essen zweitrangig.
Mineralwasser, Quellwasser, Tafelwasser, Heilwasser
Natürliches Mineralwasser stammt aus unterirdischen, geschützten Vorkommen und braucht eine amtliche Anerkennung. Quellwasser stammt ebenfalls aus unterirdischen Vorkommen, muss aber keinen bestimmten Mineralstoffgehalt haben. Tafelwasser kann aus Trinkwasser hergestellt und mit Mineralstoffen angereichert werden; für Magnesium nennt das Bundesinstitut für Risikobewertung die in der Verordnung festgelegte Gesamtkonzentration von höchstens 77 mg/l. Heilwasser ist rechtlich ein Arzneimittel und muss eine Wirkung nachweisen.
Häufige Fragen
Welche Mineralstoffe sind im Wasser?
Vor allem Calcium, Magnesium, Natrium, Kalium, Hydrogencarbonat, Sulfat und Chlorid, in Spuren Fluorid und Eisen. Die Mengen stehen auf dem Etikett oder in der Trinkwasseranalyse.
Ist Leitungswasser mineralstoffärmer als Mineralwasser?
Nicht zwangsläufig. Hartes Leitungswasser kann mehr Calcium und Magnesium enthalten als ein mineralstoffarmes Mineralwasser. Entscheidend sind die Zahlen, nicht die Herkunft.
Wie viel Calcium sollte ein gutes Wasser haben?
Ab 150 mg/l darf es „calciumhaltig“ heißen. Wässer mit 300 mg/l und mehr decken mit 1,5 Litern fast die Hälfte des DGE-Referenzwerts von 1.000 mg.
Nimmt der Körper Mineralstoffe aus Wasser auf?
Ja. Sie liegen gelöst als Ionen vor. Die DGE zählt Mineralwasser bei Calcium und Magnesium zu den relevanten Lieferanten.
Was bedeutet der feste Rückstand auf dem Etikett?
Die Gesamtmenge aller gelösten Mineralstoffe, die nach dem Verdampfen des Wassers übrig bleibt. Unter 500 mg/l gilt als mineralstoffarm, über 1.500 mg/l als mineralstoffreich.
Enthält Wasser ohne Kohlensäure weniger Mineralstoffe?
Die Kohlensäure selbst verändert den Gehalt nicht. Manche Marken füllen die stille Variante aber aus einer anderen Quelle ab: Gerolsteiner Naturell hat laut Wikipedia 125 mg/l Calcium, Gerolsteiner Medium 348 mg/l. Ein Blick aufs Etikett lohnt sich.
Quellen
- Mineral- und Tafelwasser-Verordnung, Anlage 6: Angaben und Anforderungen, abgerufen am 11.09.2026
- Trinkwasserverordnung 2023, Anlage 3: Indikatorparameter, abgerufen am 11.09.2026
- Wasch- und Reinigungsmittelgesetz, § 9: Angabe der Wasserhärtebereiche, abgerufen am 11.09.2026
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung — Ausgewählte Fragen und Antworten zu Calcium, abgerufen am 11.09.2026
Redaktion vitalatlas.de — hier wird zusammengetragen, was Fachgesellschaften, Behörden und Studien zu Vitaminen und Mineralstoffen sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.







