Cup with seeds, three doum nuts and dried fishes, baked clay, organic remains - Museo Egizio, Turin S 8255 p01

Mineralstoffe und Nährstoffe: Der Unterschied einfach erklärt

Kurzantwort: „Nährstoffe“ ist der Oberbegriff für alles, was der Körper aus der Nahrung braucht: Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Wasser, Vitamine und Mineralstoffe. Mineralstoffe sind eine Untergruppe davon: anorganische, lebensnotwendige Stoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann und die keine Energie liefern. Sie werden in Mengenelemente wie Calcium und Magnesium und Spurenelemente wie Eisen und Jod eingeteilt.

Wichtig: Dieser Text erklärt Begriffe und Referenzwerte und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob dir ein Mineralstoff fehlt, zeigt ein Blutbild. Nimm hochdosierte Präparate nicht ohne Rücksprache und ändere die Dosis eines Medikaments nie eigenmächtig. Bei Herzrhythmusstörungen, Muskelschwäche oder anhaltendem Erbrechen nach der Einnahme von Präparaten gehe sofort zur Ärztin.

In Werbung und Alltagssprache laufen die Begriffe durcheinander: „Mineralstoffe und Nährstoffe“, „Vitamine und Mineralien“, „Mikronährstoffe“. Dabei sind die Begriffe klar definiert, und die Einteilung folgt einer einfachen Logik.

Hier bekommst du die Definitionen, wie sie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in ihren Referenzwerten verwendet, dazu die Grenze zwischen Mengen- und Spurenelementen und die Zahlen, die auf Lebensmitteletiketten stehen.

Was ein Nährstoff ist

Die DGE gliedert ihre Referenzwerte in fünf Gruppen: Energie, energieliefernde Nährstoffe und Wasser (Protein, Fett, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Wasser), fettlösliche Vitamine (A, D, E, K), wasserlösliche Vitamine (Thiamin, Riboflavin, Niacin, B6, Folat, Pantothensäure, Biotin, B12, C), Mengenelemente und Spurenelemente.

Alle diese Stoffe sind Nährstoffe. Protein, Fett und Kohlenhydrate liefern Energie und werden in Gramm gebraucht, deshalb heißen sie Makronährstoffe. Vitamine und Mineralstoffe liefern keine Energie und werden in Milli- oder Mikrogramm gebraucht, sie heißen Mikronährstoffe.

Was Mineralstoffe von anderen Nährstoffen unterscheidet

Wikipedia definiert Mineralstoffe als lebensnotwendige, anorganische Nährstoffe, die Organismen selbst nicht herstellen können. Drei Merkmale trennen sie von den übrigen Nährstoffen:

Merkmal Mineralstoffe Vitamine Protein, Fett, Kohlenhydrate
Chemisch anorganisch (Elemente, Salze) organisch organisch
Liefern Energie nein nein ja
Hitze, Licht, Sauerstoff unempfindlich; gehen bei langem Kochen ins Wasser über teilweise empfindlich verändern sich beim Garen
Bedarf Milligramm bis Mikrogramm Milligramm bis Mikrogramm Gramm

Das Kochwasser-Argument ist im Alltag das wichtigste: Mineralstoffe werden durch Erhitzen nicht zerstört, gehen aber bei übermäßig langem Kochen ins Wasser über. Wer das Gemüsewasser weiterverwendet, behält sie.

Mengenelemente und Spurenelemente

Die Grenze liegt bei 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Elemente, die in höherer Konzentration im Körper vorkommen, heißen Mengenelemente: Calcium, Phosphor, Kalium, Natrium, Chlorid, Magnesium und Schwefel. Elemente unter dieser Schwelle heißen Spurenelemente: Eisen, Jod, Zink, Selen, Kupfer, Mangan, Chrom, Molybdän, Cobalt und Fluorid.

Die DGE führt in ihrer Übersicht sechs Mengenelemente (Natrium, Chlorid, Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium) und neun Spurenelemente (Eisen, Jod, Fluorid, Zink, Selen, Kupfer, Chrom, Mangan, Molybdän). Eisen ist die bekannte Ausnahme: Mit rund 60 mg pro Kilogramm läge es über der Grenze, wird aber zu den Spurenelementen gezählt. Für Schwefel und Cobalt gibt die DGE keine Referenzwerte an; Schwefel kommt über schwefelhaltige Aminosäuren, Cobalt als Bestandteil von Vitamin B12.

Wie viel du brauchst: DGE-Werte und Etikettenwerte

Zwei Zahlenwerke laufen parallel. Die DGE-Referenzwerte sind altersabhängig und dienen der Ernährungsplanung. Die Nährstoffbezugswerte (NRV) aus der EU-Lebensmittelinformationsverordnung 1169/2011 sind ein einziger Wert je Nährstoff für Erwachsene und stehen als Prozentangabe auf Verpackungen.

Mineralstoff DGE, Erwachsene pro Tag NRV auf dem Etikett
Calcium 1.000 mg 800 mg
Magnesium 350 mg (Männer), 300 mg (Frauen) 375 mg
Kalium 4.000 mg 2.000 mg
Natrium 1.500 mg keiner, wird als Salz angegeben
Phosphor 550 mg 700 mg
Eisen 11 mg (Männer), 16 mg (Frauen vor den Wechseljahren) 14 mg
Zink 11 bis 16 mg (Männer), 7 bis 10 mg (Frauen) 10 mg
Jod 150 µg 150 µg
Selen 70 µg (Männer), 60 µg (Frauen) 55 µg

Die Verordnung nennt eine Menge ab 15 Prozent des NRV je 100 g als „signifikant“. Darauf bauen Angaben wie „Quelle von Magnesium“ auf.

Was Mineralstoffe im Körper tun

Die EU hat in der Verordnung 432/2012 festgelegt, welche Aussagen über Mineralstoffe wissenschaftlich abgesichert sind. Beispiele: Calcium wird für die Erhaltung normaler Knochen und Zähne benötigt und trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei. Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion, zur normalen Funktion des Nervensystems und zur Verringerung von Müdigkeit bei. Eisen trägt zur Bildung roter Blutkörperchen und zum Sauerstofftransport bei. Jod trägt zur Produktion von Schilddrüsenhormonen bei. Kalium trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei.

Alles, was über diese Liste hinausgeht, darf auf einem Produkt nicht stehen. Das ist ein guter Prüfstein für Werbeversprechen.

Häufige Fragen

Sind Vitamine Mineralstoffe?

Nein. Beide sind Mikronährstoffe, Vitamine sind organische Verbindungen, Mineralstoffe anorganische Elemente und Salze.

Was ist der Unterschied zwischen Mineralstoffen und Spurenelementen?

Spurenelemente sind eine Untergruppe der Mineralstoffe: die, von denen der Körper weniger als 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht enthält, etwa Eisen, Zink, Jod und Selen.

Liefern Mineralstoffe Energie?

Nein, sie haben keinen Brennwert. Mehrere tragen laut EU-Verordnung zu einem normalen Energiestoffwechsel bei, etwa Magnesium, Calcium, Eisen und Jod, weil sie an den beteiligten Enzymen mitwirken.

Was sind Elektrolyte?

Mineralstoffe, die in Körperflüssigkeiten als geladene Teilchen vorliegen und dort laut Wikipedia die Elektroneutralität und den osmotischen Druck bestimmen: Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium und Magnesium.

Gehen Mineralstoffe beim Kochen verloren?

Zerstört werden sie nicht. Bei langem Kochen gehen sie ins Wasser über, das Kochwasser weiterzuverwenden hilft.

Wie viele Mineralstoffe gibt es?

Die DGE führt 15 mit Referenzwerten: sechs Mengenelemente und neun Spurenelemente. Auf EU-Etiketten stehen 14, Natrium erscheint dort als Salz.

Quellen

Redaktion vitalatlas.de — hier wird zusammengetragen, was Fachgesellschaften, Behörden und Studien zu Vitaminen und Mineralstoffen sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.


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