Hausmittel gegen Erkältung: Was schnell hilft

Kurz gesagt: Ein Mittel, das eine Erkältung abkürzt, gibt es nicht. Belegt ist dagegen die Linderung: Salzwasser-Nasenspülung, Inhalieren, ausreichend trinken, Honig gegen nächtlichen Husten und Ruhe. Eine Erkältung dauert mit Behandlung wie ohne etwa sieben bis zehn Tage.

Die ehrliche Antwort auf „was hilft sofort“ lautet: nichts. Die auf „was hilft“ ist länger.

Bei Halsschmerzen

Salzwasser gurgeln. Ein halber Teelöffel Salz auf ein Glas lauwarmes Wasser, mehrmals täglich.

Warme Getränke. Tee mit Honig lindert nachweislich – Honig legt sich als Film auf die gereizte Schleimhaut.

Lutschen. Regt den Speichelfluss an; der Wirkstoff ist dabei zweitrangig.

Bei Schnupfen

Nasenspülung mit Salzlösung. Die am besten belegte Maßnahme. Sie befeuchtet und entfernt Sekret.

Inhalieren. Wasserdampf über einer Schüssel, Handtuch über den Kopf, 10 Minuten. Zusätze sind nicht nötig – für Kleinkinder wegen Verbrühungsgefahr ungeeignet.

Abschwellende Nasensprays. Höchstens fünf bis sieben Tage, sonst gewöhnt sich die Schleimhaut daran.

Kopf hoch lagern beim Schlafen.

Bei Husten

Honig. Für Kinder ab einem Jahr gibt es Belege, dass ein Löffel vor dem Schlafen den nächtlichen Husten lindert – vergleichbar mit manchen Hustensäften. Für Säuglinge unter einem Jahr ist Honig wegen der Gefahr von Säuglingsbotulismus verboten.

Feuchte Luft. Trockene Heizungsluft verstärkt Reizhusten.

Viel trinken. Hält das Sekret dünnflüssig.

Was oft empfohlen wird und wenig bringt

Vitamin C. Nach Beginn der Erkältung eingenommen ohne belegten Nutzen.

Zink. Sehr früh und hoch dosiert gibt es Hinweise auf eine leichte Verkürzung; die Datenlage ist uneinheitlich und Nebenwirkungen sind häufig.

Antibiotika. Wirken gegen Viren nicht. Erkältungen sind fast immer viral.

Schwitzkur und Sauna im Akutstadium. Belasten den Kreislauf.

Wann zum Arzt

Bei Fieber über 39 Grad oder Fieber länger als drei Tage, Atemnot, starken Ohren- oder Nebenhöhlenschmerzen, Beschwerden länger als zwei Wochen oder plötzlicher Verschlechterung nach anfänglicher Besserung.

Häufige Fragen

Wie lange ist man ansteckend?

Meist ab dem Tag vor den ersten Symptomen bis etwa eine Woche danach.

Darf man mit Erkältung Sport machen?

Bei Fieber oder Gliederschmerzen nein. Bei leichtem Schnupfen ist lockere Bewegung vertretbar.

Hilft heiße Zitrone?

Als warme Flüssigkeit ja. Das Vitamin C wird durch die Hitze weitgehend zerstört.

Was ist der Unterschied zur Grippe?

Die Grippe beginnt plötzlich mit hohem Fieber und starkem Krankheitsgefühl, die Erkältung schleichend.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

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