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Vitamin C hochdosiert: Was 1.000 mg bringen und was sie riskieren

Kurzantwort: Hochdosiertes Vitamin C ab 500 oder 1.000 mg bringt bei gesunden Menschen kaum Zusatznutzen. Das Blut ist laut einer NIH-Studie ab etwa 200 mg am Tag nahezu gesättigt, alles darüber wird schlechter aufgenommen und über die Niere ausgeschieden. Die Cochrane-Analyse mit über 11.000 Teilnehmern fand keine Vorbeugung von Erkältungen, nur eine um 8 Prozent kürzere Dauer bei Erwachsenen. Mögliche Nachteile hoher Dosen sind Durchfall, Übelkeit und bei Männern ein höheres Nierensteinrisiko. Die DGE empfiehlt 95 mg für Frauen und 110 mg für Männer, das BfR nennt für Präparate 250 mg als Höchstmenge.

Vitamin C mit 1.000 mg pro Brausetablette gehört zu den meistverkauften Präparaten. Die Dosis ist das Zehnfache des Tagesbedarfs, und viele nehmen sie täglich in der Erkältungszeit.

Ob das etwas bringt, lässt sich messen: an der Aufnahme im Darm, an der Konzentration im Blut und an den Erkältungsstudien. Dieser Text fasst zusammen, was das NIH, die DGE, das BfR und die Cochrane-Analyse dazu sagen.

Hinweis: Dieser Text informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wer Nierensteine hatte, an Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit) oder einer Nierenerkrankung leidet, sollte hochdosiertes Vitamin C nur nach ärztlicher Rücksprache nehmen. Bei Verdacht auf einen Mangel klärt ein Blutbild, nicht ein Präparat auf Verdacht.

Was der Körper mit 1.000 mg macht

Eine Studie des NIH aus dem Jahr 1996 hat sieben gesunde Freiwillige über Monate mit steigenden Vitamin-C-Dosen versorgt und die Blutwerte gemessen. Das Ergebnis erklärt, warum hohe Dosen wenig ändern.

  • Zwischen 30 und 100 mg am Tag steigt die Konzentration im Blut steil an.
  • Bei 200 mg als Einzeldosis wird Vitamin C noch vollständig aufgenommen, ab 500 mg sinkt die Aufnahme, und der aufgenommene Anteil wird mit dem Urin ausgeschieden.
  • Bei 1.000 mg am Tag ist das Blut vollständig gesättigt. Weiße Blutkörperchen sind schon bei 100 mg gesättigt.
  • Bei 1.000 mg stieg die Ausscheidung von Oxalat und Harnsäure, beides Bausteine von Nierensteinen.

Die Autoren schlossen daraus, dass Dosen über 400 mg keinen erkennbaren Wert haben. Das NIH fasst es heute so zusammen: Ab 100 mg sind die Zellen gesättigt, ab 200 mg steigt die Konzentration im Blut nur noch geringfügig.

Erkältung: Was die Cochrane-Analyse zeigt

Die Cochrane-Übersicht von Hemilä und Chalker wertete 29 Studienvergleiche mit 11.306 Teilnehmern aus, alle mit mindestens 200 mg Vitamin C am Tag gegen Placebo. Die Ergebnisse:

Frage Ergebnis
Weniger Erkältungen in der Allgemeinbevölkerung? Nein. Risikoverhältnis 0,97, praktisch kein Unterschied
Weniger Erkältungen bei extremer Belastung (Marathon, Skifahrer, Soldaten)? Ja, etwa halbiert (Risikoverhältnis 0,48)
Kürzere Dauer bei regelmäßiger Einnahme, Erwachsene? 8 Prozent kürzer
Kürzere Dauer bei regelmäßiger Einnahme, Kinder? 14 Prozent kürzer, bei 1 bis 2 g am Tag 18 Prozent
Hilft die Einnahme erst bei Symptombeginn? Kein einheitlicher Effekt

Acht Prozent von einer Woche sind etwa ein halber Tag. Dafür braucht es die tägliche Einnahme das ganze Jahr über, denn wer erst beim ersten Kratzen im Hals anfängt, hat laut Cochrane keinen belegten Vorteil.

Krebs, Herz, Infusionen

Hochdosiertes Vitamin C wird auch als Infusion angeboten, oft bei Krebs. Das NIH bewertet die Studienlage als uneinheitlich. Infusionen erreichen Blutspiegel, die oral unmöglich sind, aber ein klinischer Nutzen ist bisher nicht nachgewiesen. Zur Sicherheit während einer Chemotherapie gibt es laut NIH Bedenken, weil Antioxidantien die Wirkung mancher Therapien beeinflussen könnten.

Für Herz-Kreislauf-Erkrankungen fand das NIH in den Interventionsstudien keinen überzeugenden Schutz durch Vitamin-C-Präparate. In einer Beobachtungsstudie mit Diabetikerinnen nach den Wechseljahren war eine Einnahme von mindestens 300 mg aus Präparaten mit mehr Herz-Kreislauf-Todesfällen verbunden. Das NIH stuft diesen Befund als unsicher ein, weil ihn keine andere Studie bestätigt hat.

Nebenwirkungen und Risiken

Verdauung

Das häufigste Problem sind Durchfall, Übelkeit und Bauchkrämpfe. Nicht aufgenommenes Vitamin C bleibt im Darm und zieht Wasser. Die amerikanische Obergrenze liegt deshalb bei 2.000 mg am Tag.

Nierensteine

Vitamin C wird teilweise zu Oxalat abgebaut, dem Hauptbestandteil der meisten Nierensteine. Eine schwedische Studie mit über 23.000 Männern fand bei Nutzern von Vitamin-C-Präparaten ein etwa doppelt so hohes Risiko für Nierensteine. Das NIH bewertet die Datenlage insgesamt als widersprüchlich, sieht aber bei Menschen mit erhöhter Oxalatausscheidung ein klares Risiko.

Eisen

Vitamin C verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen. Bei Hämochromatose, einer erblichen Eisenspeicherkrankheit, kann das laut NIH die Eisenüberladung verschärfen.

Welche Dosis sinnvoll ist

Die DGE nennt 95 mg für Frauen und 110 mg für Männer am Tag. Raucher brauchen mehr: 135 beziehungsweise 155 mg. Schwangere ab dem vierten Monat 105 mg, Stillende 125 mg.

Diese Mengen sind mit Lebensmitteln leicht erreichbar. Eine halbe rote Paprika liefert laut NIH 95 mg, eine Orange 70 mg, eine Kiwi 64 mg, eine halbe Tasse gekochter Brokkoli 51 mg. Zwei Portionen Obst und Gemüse am Tag decken den Bedarf.

Für Präparate schlägt das BfR eine Höchstmenge von 250 mg pro Tagesdosis vor. Das liegt oberhalb der Sättigung im Blut und unterhalb der Dosen, bei denen Oxalat und Durchfall zum Thema werden.

Häufige Fragen

Ist 1.000 mg Vitamin C am Tag zu viel?

Für gesunde Erwachsene liegt es unter der amerikanischen Obergrenze von 2.000 mg. Nutzen bringt es kaum, weil das Blut ab 200 mg fast gesättigt ist. Männer mit Neigung zu Nierensteinen sollten es meiden.

Hilft hochdosiertes Vitamin C gegen Erkältung?

Zur Vorbeugung nicht, laut Cochrane bleibt die Zahl der Erkältungen gleich. Bei täglicher Einnahme verkürzt sich die Dauer bei Erwachsenen um etwa 8 Prozent.

Wie viel Vitamin C nimmt der Körper auf einmal auf?

Bis 200 mg praktisch vollständig. Ab 500 mg sinkt die Aufnahme, und der Rest wird über die Niere ausgeschieden.

Macht Vitamin C Nierensteine?

Bei Männern zeigte eine große Studie ein etwa verdoppeltes Risiko unter Präparaten. Wer schon Steine hatte, sollte hohe Dosen meiden.

Sind Vitamin-C-Infusionen sinnvoll?

Ein klinischer Nutzen ist laut NIH nicht belegt. Während einer Krebstherapie gehört jede Infusion in ärztliche Abstimmung.

Welche Dosis empfiehlt das BfR?

Höchstens 250 mg pro Tagesdosis in Nahrungsergänzungsmitteln. Der Bedarf von 95 bis 110 mg ist mit Obst und Gemüse gedeckt.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion vitalatlas.de — sie schreibt hier über Vitamine, Mineralstoffe und was die Forschung dazu sagt.


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